Heidi Klum, die unangefochtene Königin der schrillen Auftritte, hat es wieder getan. Nach Wurm-Kostümen und anderen Extravaganzen präsentiert sich die Chefin von "Germany's Next Topmodel" jetzt als süße Versuchung. Ihr neuestes Outfit: ein hautenges, knallrotes Kleid, das komplett aus Erdbeer-Fruchtgummischnüren gefertigt ist. Ein wahr gewordener Alptraum für jeden Zahnarzt und ein absoluter Hingucker, der mal wieder alle Blicke auf sich zieht.
Hinter der klebrigen Aktion steckt eine Kooperation mit dem bekannten Süßwarenhersteller Hitschies. Das maßgeschneiderte Kunstwerk, ein Etuikleid mit Korsage, wurde Heidi perfekt auf den Leib geschneidert und besteht vollständig aus den beliebten roten Schnüren. Man kann es fast riechen! Damit beweist die 53-Jährige einmal mehr, dass sie in der Welt der Popkultur-Absurditäten ganz oben mitspielt und keine Angst vor modischen Experimenten hat, die andere nicht mal im Traum wagen würden.

Doch kaum waren die ersten Bilder im Netz, meldeten sich auch schon die ersten Kritiker zu Wort. Ein Kleid aus Lebensmitteln? In Zeiten, in denen über Verschwendung und Nachhaltigkeit diskutiert wird, schien dieser modische Gag für viele ein absolutes No-Go zu sein. Die Frage stand im Raum: Musste man wirklich kiloweise Süßigkeiten für einen einmaligen Werbe-Stunt opfern, während anderswo Menschen hungern? Die Empörungswelle schien schon anzulaufen.
Die Antwort auf die drohende Kritik lieferte der Chef von Hitschies, Philip Hitschler-Becker, jedoch prompt und verblüffend einfach. Er erklärte, dass für das süße Kleid ausschließlich abgelaufene Fruchtgummischnüre verwendet wurden. Diese hätten ohnehin nicht mehr in den Verkauf gehen können und wären sonst entsorgt worden. So waren sie für dieses einzigartige Kunstobjekt aber noch perfekt geeignet und bekamen eine zweite Chance.
Aus einem potenziellen Shitstorm wurde so eine clevere Upcycling-Story, die Heidi und der Marke gleichermaßen in die Karten spielt. "Upcycling durch High-Fashion", nannte der CEO das Konzept. Wer jetzt hofft, das zuckersüße Teil demnächst bei einer Auktion ersteigern zu können, wird allerdings enttäuscht. Das Kleid wandert nicht in Heidis Kleiderschrank nach Los Angeles, sondern wird als Deko-Objekt in einem Hitschies-Büro in der Nähe von Köln ausgestellt.
Am Ende bleibt eine typische Heidi-Klum-Aktion: provokant, medienwirksam und clever durchdacht. Sie hat es mal wieder geschafft, im Gespräch zu bleiben und einen potenziellen Skandal in eine positive Marketing-Botschaft zu verwandeln. Ein Outfit zum Anbeißen, das am Ende niemandem die Süßigkeiten weggegessen hat. Clever, Heidi, sehr clever.
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