Manchmal schreibt das echte Leben Geschichten, die sich kein Reality-TV-Autor ausdenken könnte. Im aufsehenerregenden Prozess um die Entführung der Block-Kinder trat nun ein Zeuge auf, der mit seiner Aussage für ungläubiges Kopfschütteln und sogar Gelächter im Gerichtssaal sorgte: ein 35-jähriges ehemaliges Model.
Der Zeuge, der sich als Jonathan G. vorstellte, schilderte die dramatische Silvesternacht aus der Perspektive des Entführer-Teams. Doch von einem brutalen Kommando-Unternehmen will er nichts wissen. Ganz im Gegenteil: "Wir waren aufgeregt und ein bisschen ängstlich", gab er zu Protokoll. Die Männer seien davon ausgegangen, die Kinder aus einer Notlage retten zu müssen.

Laut Jonathan G. wurde dem Team vom Cheforganisator versichert, dass die gesamte Aktion vollkommen rechtmäßig sei. Seine spezielle Rolle in dem Plan war die des Kommunikators. Da er elf Jahre in Hamburg gelebt hatte und fließend Deutsch spricht, sollte er den Kontakt zu den Kindern herstellen und sie beruhigen. Eine Aufgabe, die er im Glauben an eine gute Sache übernahm.
Der Mann, der früher als Jonathan C. bekannt war und sich bereits im Frühjahr aus Israel zu Wort gemeldet hatte, lieferte vor Gericht derart skurrile Details, dass selbst die ernste Atmosphäre eines Prozesses durchbrochen wurde. Die Männer agierten in dem festen Glauben, das Richtige zu tun und die Kinder zu beschützen, was die ganze Tat in einem völlig neuen, fast schon absurden Licht erscheinen lässt.
Diese Wendung verleiht dem ohnehin schon medienwirksamen Familiendrama eine weitere, bizarre Ebene. Ein Ex-Model, das zum unfreiwilligen Akteur in einer Kindesentführung wird und dessen naive Schilderung nun Teil der Wahrheitssuche ist, zeigt: Die Realität ist oft krasser als jede inszenierte TV-Show. Hier geht es nicht um Rosen oder Sendezeit, sondern um eine echte Familientragödie mit filmreifen Charakteren.
Umfrage lädt...
Kommentare laden...