Olivia Jones (56) hat bei der Digitalmesse OMR in Hamburg vor rund 70.000 Besuchern eine Bombe platzen lassen. Die schillernde Drag-Ikone, bekannt für ihre unerschütterliche Präsenz, offenbarte eine zutiefst persönliche Wahrheit, die ihr öffentliches Image auf den Kopf stellt: Wäre die Wahl ihr überlassen gewesen, hätte sie ein heterosexuelles Leben einem homosexuellen vorgezogen. "Das, was ich bin, habe ich mir nicht ausgesucht. Das ist eine Veranlagung. Ich bin anders, ich versuche aber, das Beste daraus zu machen. Aber ich kann hier auch sagen, wenn ich die Wahl gehabt hätte zwischen homosexuell und heterosexuell. Ich hätte, wie wahrscheinlich jeder andere Jugendliche auch, hetero gewählt. Weil das der einfachere Weg ist", erklärte Jones mit einer Direktheit, die man von ihr kennt – und doch so selten in dieser Form hört.
Die Aussage ist mehr als eine private Beichte; sie ist ein Riss in der perfekt inszenierten Fassade einer Frau, die als Symbol für Vielfalt und Selbstakzeptanz gilt. Jones, die auf der Reeperbahn ein ganzes Gastro-Imperium aufgebaut hat und als erste Dragqueen weltweit für ein politisches Amt kandidierte, sprach immer wieder über die Schattenseiten ihres Weges. Ihre Kindheit war geprägt von Ausgrenzung und Scham, sogar Suizidgedanken begleiteten sie in der Jugend. Dieses Geständnis reiht sich ein in ein Muster von Schmerz, das trotz des glitzernden Erfolgs immer wieder durchscheint und die emotionale Fallhöhe ihrer Karriere verdeutlicht.
Doch Jones wäre nicht Jones, wenn sie diese persönliche Offenbarung nicht mit einem klaren Appell verbinden würde. Sie forderte Eltern auf, ihre Kinder zu unterstützen, denn die Gewalt gegen Schwule steige wieder – eine Entwicklung, die ihr "große Sorgen" bereite. Trotz der bekannten Hass-Wellen im Netz wünschte sie sich als Jugendliche ein Netzwerk wie Instagram, um Vorbilder und Gleichgesinnte zu finden. Das Geständnis ist somit auch eine Brücke zu all jenen, die ähnliche Kämpfe austragen. Es zeigt, dass selbst die strahlendsten Ikonen mit inneren Konflikten ringen und ihre Plattform nutzen, um für mehr Verständnis zu werben – ein Schachzug, der ihr Image als Kämpferin für eine bessere Welt nur noch weiter festigt, selbst wenn der Preis dafür eine schonungslose Enthüllung des eigenen Seelenlebens ist.
Ihr bewegter Lebensweg wird übrigens am 13. Mai um 20.15 Uhr im ZDF im Spielfilm "Olivia" weiter beleuchtet – ein passender Zeitpunkt für diese tiefgehenden Einblicke.
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