Dicke Luft zwischen Supermodel Tyra Banks und Streaming-Gigant Netflix. Die Erfinderin von „America's Next Top Model“ hat Klage eingereicht, weil sie sich in der Netflix-Doku „Reality Check: Inside America's Next Top Model“ verleumdet fühlt. Doch Netflix lässt das nicht auf sich sitzen und kontert knallhart. Die Anwälte des Unternehmens haben einen Antrag gestellt, die Klage abzuweisen, und werfen Banks vor, sie wolle offenbar nur „mehr Sendezeit“.
Der Kern des Streits ist die Darstellung von Tyra Banks in der Dokumentation. Bereits im Juni wurde bekannt, dass die Moderatorin dem Streamingdienst vorwirft, ihre Aussagen manipuliert zu haben. Aus einem langen, dreieinhalbstündigen Interview sollen die Macher nur rund 16 Minuten verwendet haben. Laut Banks wurden ihre Zitate dabei komplett „aus dem Kontext gerissen“ und so zusammengeschnitten, dass eine „falsche und verleumderische“ Erzählung über sie und ihre Show entstanden sei.
Für deutsche Trash-TV-Fans ist dieser Fall besonders brisant, denn „America's Next Top Model“ (ANTM) ist die direkte Vorlage für „Germany's next Topmodel“. Tyra Banks war über Jahre hinweg das, was Heidi Klum für die deutsche Ausgabe ist: das Gesicht und die treibende Kraft hinter dem Casting-Format. Die Netflix-Doku nimmt das US-Original kritisch unter die Lupe und beleuchtet die Schattenseiten der Show, was indirekt auch ein Licht auf das deutsche Pendant wirft.
Netflix zeigt sich von den Vorwürfen unbeeindruckt und geht in die Offensive. Statt einer gütlichen Einigung oder einem Schuldeingeständnis wählt der Streamingdienst den frontalen Angriff. Die Forderung, die Klage komplett abzuweisen, ist ein klares Signal. Die Behauptung, Tyra Banks suche mit ihrer Klage lediglich nach mehr medialer Aufmerksamkeit, ist eine scharfe Retourkutsche, die den Konflikt weiter anheizen dürfte und eine gerichtliche Auseinandersetzung immer wahrscheinlicher macht.
Damit landet der langjährige Diskurs über die Methoden und den Einfluss der „Topmodel“-Formate nun direkt im Gerichtssaal. Es geht nicht mehr nur um öffentliche Kritik oder ehemalige Kandidatinnen, die ihre Erfahrungen teilen, sondern um einen handfesten Rechtsstreit. Der Ausgang dieses Verfahrens könnte weitreichende Folgen für die Aufarbeitung und öffentliche Wahrnehmung von Reality-TV-Shows haben, deren Erfolgsrezept oft auf kontroversen und emotionalen Inszenierungen basiert.
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Netflix kontert Klage von Tyra Banks: Geht es dem GNTM-Vorbild nur um Sendezeit?